Safari-Tipps

Reisezeit

Die Trockenzeit der südlichen Halbkugel, also der europäische Sommer, ist die traditionelle Safari-Zeit. Die Tierbeobachtung ist einfach, weil das Wild gezwungen ist, die Wasserlöcher und Flußläufe aufzusuchen. Raubkatzen brauchen an diesen Orten nur auf ihre Beute zu warten.

In den regenreichen Monaten entfaltet die Landschaft ihren vollen Reiz, alles grünt und blüht, und viele Säugetiere bringen ihre Jungen zur Welt. Am Himmel sind phantastische Wolkenbilder zu sehen, und Gewitter schaffen ungewöhnliche Lichtverhältnisse. Die niederschlagreichsten Monate der Länder sollte man nach Möglichkeit meiden, da das Wild sich dann tief in den Busch zurückzieht. Ansonsten beeinträchtigen einzelne heftige Regenschauer die Tierbeobachtung nicht so stark, daß man von einer Reise in dieser Zeit abraten sollte. Vögel sind in der Regenzeit ausgesprochen zahlreich, da sich die Zugvögel zu den heimischen Arten gesellen.

Vorbereitung einer Pirschfahrt

Bevor man zu einer Pirschfahrt aufbricht, sollte man sich im Camp das Buch mit den "sightings" genau anschauen. Dort tragen viele Parkbesucher und Mitarbeiter ein, welche Tiere sie um wieviel Uhr und wo genau gesehen haben. Oft lohnt es, diese Stellen wieder anzufahren, da Tiere bestimmten Gewohnheiten folgen. Es ist eine freundliche Geste, wenn man durch einen eigenen Eintrag, der möglichst akurat sein sollte, seine Erfahrungen auch weitergibt. Die Mitarbeiter der Parks geben gerne Auskunft zu "lohnenden" Wasserlöchern oder Strecken. Vor allem in weniger erschlossenen Gebieten in Botswana und Zimbabwe empfiehlt es sich, die Karte vor der Fahrt genau zu studieren, da oft keine ausreichende Beschilderung vorhanden ist. Und kalkulieren Sie genug Zeit ein. Bei einer interessanten Pirschfahrt kommen Sie nicht weiter als 20km in einer Stunde. Die besten Tageszeiten zur Tierbeobachtung sind sehr frühmorgens, gleich nach Öffnung der Camps, und am späten Nachmittag. Ist man das erste Fahrzeug auf einer bestimmten Strecke und fährt sehr langsam, kann man noch den Tieren begegnen, die später von den Autos vertrieben werden.

Verhalten auf der Pirsch

Jede Geschwindigkeit über 30km/h macht es fast unmöglich, Wild, das nicht direkt an der Straße steht, zu erspähen. Versuchen Sie, bei der Fahrt tief in den Busch oder Wald hineinzuschauen. Sind Sie fündig geworden, besteht die Kunst darin, die Tiere nicht durch zu schnelles Heranpreschen zu verjagen. Nähern Sie sich vorsichtig, Stück für Stück. Blicken die Tiere zu Ihnen, nutzen Sie einfach deren Tarntechnik, die darin besteht zu "gefrieren". Stoppen Sie das Fahrzeug und bleiben Sie völlig unbewegt. Das Wild wird sich beruhigen. Bemerken Sie ein stehendes Fahrzeug, hat wahrscheinlich ein anderer Besucher etwas entdeckt. Es ist ein Gebot der Fairneß, dann behutsam heranzufahren, um das Wild nicht aufzuscheuchen.

Suchen Sie nicht nur den Boden mit Ihren Augen ab. In den Bäumen verstecken sich wunderschöne Vögel, und manchmal ruht dort auch ein Leopard. Kreisen Geier am Himmel, lohnt es, nach einem Riß Ausschau zu halten. Nehmen Sie sich die Zeit, hin und wieder einfach stehenzubleiben und mit dem Fernglas die Umgebung abzusuchen. Wasserlöcher, Flüsse und Teiche sind Anziehungspunkte für das Wild. Insbesondere während der Trockenzeit ist es ratsam, dort zu verweilen und einfach zu warten. Besucht man eine Tierbeobachtungshütte, eine Game Hide, sollte man laute Geräusche vermeiden. Das gilt insbesondere auch für Bird Hides, Vogelbeobachtungshütten. Es kann passieren, daß Sie durch unvorsichtiges Öffnen der Sichtluken Dutzende von Vögeln aufschrecken.

Auch wenn es unverständlich erscheint, weichen Sie großen Dunghaufen aus. Vor allem nach dem Regen wimmeln sie von Käfern und anderen Insekten, die auf den Kot zum Überleben angewiesen sind. Und achten Sie auf kleine Lebewesen wie Chamäleons oder Skorpione, die in einem lebensgefährlichen Akt Straßen oder Pisten überqueren. Elefanten und Nashörner haben immer "Vorfahrt" und scheun nicht davor zurück, dieses Recht auch in Anspruch zu nehmen. Begeben Sie sich nie zwischen eine Elefantenherde oder eine Kuh und ihr Junges. Die Folgen können unangenehm sein.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie den Regeln der einzelnen Parks unbedingt Folge leisten, vor allem den Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Aufforderung, das Fahrzeug nur dort zu verlassen, wo dies ausdrücklich erlaubt ist. Wenn Sie in einem Camp mitten im Park übernachten, denken Sie daran, zu den angegebenen Zeiten zurück im Camp zu sein. Bei Einbruch der Nacht schließen die Tore, und wer zu spät kommt, zahlt empfindliche Strafen. Daß man das Wild nicht stören oder gar füttern soll, keine Haustiere in die Parks bringen darf, Abfall in die entsprechenden Behälter gehört, man keine "natürlichen" Souvenirs mitnehmen darf und Radiohören auf der Pirsch nicht angebracht ist, versteht sich von selbst.